Überblick Inhalt:
- Warum Sonnenschutz bei Kindern und Jugendlichen besonders wichtig ist
- Die richtige Sonnencreme für optimalen Sonnenschutz
- Mineralische oder chemische UV-Filter: Was ist besser für Kinder?
- Gefährliche Inhaltsstoffe erkennen und meiden
- Sonnenschutz richtig angewendet: Mehr ist mehr
- Sonnenschutz für verschiedene Altersgruppen
- Hier die 5 wichtigsten Sonnenschutz-Tipps für Jugendliche:
- UV-Schutzkleidung liegt voll im Trend
- Mythen und Irrtümer rund um den Sonnenschutz
- Sonnenschutz ist Gesundheitsvorsorge
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Warum Sonnenschutz bei Kindern und Jugendlichen besonders wichtig ist
Sonnenschutz– Kinder und Jugendliche bekommen leichter Sonnenbrand
Kinder und Jugendliche wissen meist wenig über Sonnenschutz und die Gefahren, die zu lange Sonnenbestrahlung mit sich bringt. Ist ja auch verständlich. Schließlich hat man in diesem Alter andere Dinge im Kopf als Hautkrebs und Faltenbildung. Auch die Ermahnungen der Eltern fruchten selten. Was hilft, ist Aufklärung! Sprechen Sie mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn über Sonnenschutz und erklären Sie ihnen, warum sich der lohnt. Langfristig! Denn Sonnenbrände in jungen Jahren erhöhen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um ein Mehrfaches.
Die besondere Empfindlichkeit der Kinderhaut
Die Haut von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich grundlegend von der Erwachsenenhaut. Sie ist deutlich dünner – bei Babys sogar um das Fünffache – und produziert noch viel weniger Melanin, den körpereigenen Schutzstoff gegen UV-Strahlung. Während Erwachsene je nach Hauttyp zwischen 10 und 60 Minuten Eigenschutzzeit haben, liegt diese bei Kindern unter zwei Jahren praktisch bei null. Selbst ältere Kinder haben maximal die Hälfte der Eigenschutzzeit von Erwachsenen.
Die Haut vergisst nie
Eine Schädigung der Haut findet nicht erst durch einen Sonnenbrand statt. Bereits bei den ersten Anzeichen einer Rötung ist das maximal verträgliche Maß an UV-Licht weit überschritten. Nach jeder übermässigen Bestrahlung ab der Kindheit bleiben geschädigte Zellen zurück. So stellt die amerikanische „Nurses‘ Health Study II“ einen direkten Zusammenhang zwischen schwerem Sonnebrand in der Jugend und erhöhtem Hautkrebsrisiko im Alter her. Auch bei Erwachsenen steigt das Risiko, wenn sie zu viel und ungeschützt in der Sonne liegen. Aber der Sonnenbrand bei Teenagern und Kindern ist deutlich gefährlicher. Das sehen wir als Kinderarzt Gilching immer wieder in der Praxis.

Die 80-Prozent-Regel: Warum Kindheit entscheidend ist
Ein alarmierender Fakt: Etwa 80 Prozent aller UV-Schäden entstehen bereits vor dem 18. Lebensjahr. Das liegt nicht nur an der empfindlicheren Haut, sondern auch daran, dass Kinder deutlich mehr Zeit im Freien verbringen als Erwachsene. Im Urlaub sind es durchschnittlich 15 Stunden pro Woche in Badekleidung – eine enorme Belastung für die junge Haut.
Der beste Sonnenschutz – Bewusstsein für Sonnenschäden schaffen
Als Eltern sollten Sie unbedingt darauf achten, dass sich Ihre Kinder ausreichend schützen – und sie auch verstehen, warum sie das tun sollen! Denn gut gemeinte Hinweise wie „Vergiss nicht, Dich einzucremen!“ verhallen in der Pubertät meist ungehört. Deshalb heißt es: Bewusstsein schaffen und den Kindern zeigen, was die Sonne anrichten kann. Sie erinnern sich bestimmt noch an die Experimente mit Lupe oder Alutrichter. Die machen Spaß und wecken den Forscher in den Kindern.
Kleine Experimente für Sonnenforscher
Nutzen Sie doch einfach mal die starke Mittagssonne für ein kleines Experiment. Lassen Sie Ihr Kind – unter Aufsicht versteht sich – mit einer Lupe ein Blatt Papier ansengen. Das Ergebnis ist eindrucksvoll. Oder Sie lassen Ihre Tochter oder Ihren Sohn einen Finger im Alutrichter der Mittagssonne entgegenstrecken. Die anderen Finger sind eingecremt und geschützt. Ganz schön rot, was die Sonne mit so einem Finger innerhalb weniger Minuten anstellen kann. Solche spielerischen Experimente können schon bei Grundschulkindern das Bewusstsein für Sonnenschutz schärfen. Wer weiß, wie stark die Sonne herabbrennt, der schützt sich gern.

Die richtige Sonnencreme für optimalen Sonnenschutz
Testsieger bei Stiftung Warentest und Öko-Test 2024/2025
Die gute Nachricht: Guter Sonnenschutz muss nicht teuer sein. Bei den aktuellen Tests schneiden oft günstige Drogerie-Produkte am besten ab:
Mineralische oder chemische UV-Filter: Was ist besser für Kinder?
Mineralische Sonnenschutzmittel verwenden Zinkoxid oder Titandioxid als UV-Filter. Diese bilden eine reflektierende Schicht auf der Haut und gelten als besonders hautverträglich für Kinder:
Vorteile mineralischer Sonnencremes:
- Sofortiger Schutz ohne Einwirkzeit
- Keine Absorption in die Haut
- Ideal für empfindliche Haut und Allergiker
- Umweltfreundlicher für Meeresorganismen
Empfehlenswerte mineralische Produkte:
- MABYEN Baby & Kids Sonnencreme LSF 50 – 100% mineralisch, ohne Titandioxid
- Eco Cosmetics Baby & Kids Sonnencreme LSF 45 – ohne Nanopartikel, vegan
- Weleda Edelweiß Sensitive Sonnenmilch LSF 30 – Naturkosmetik-zertifiziert
Chemische Sonnenschutzmittel ziehen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung in Wärme um. Sie sind oft leichter verteilbar, können aber bei empfindlicher Haut Reizungen verursachen.
Gefährliche Inhaltsstoffe erkennen und meiden
Auch wenn das Bundesamt für Strahlenschutz in Deutschland verkaufte Sonnencremes für unbedenklich hält, finden wir als Kinderärzte: Diese Substanzen sollten nicht in Kindersonnencreme enthalten sein:
Hormonell wirksame UV-Filter:
- Octocrylen (kann bei längerer Lagerung zu toxisch bedenklichen Benzophenon zerfallen: LINK)
- Homosalate (Link)
- Octinoxat/Oxybenzon (schädigt die Meere, speziell Korallenriffe LINK)
Weitere bedenkliche Stoffe:
- Di-n-hexylphthalat (DnHexP): Verbotener Weichmacher, der in einigen Produkten nachgewiesen wurde (LINK)
- Parabene als Konservierungsstoffe (können das Hormonsystem beeinflussen LINK)
- Nanopartikel (erkennbar am Zusatz „[nano]“, z.B. NANO-Titanoxid). Mögliche Risiken von Nano-Titandioxid und -Zinkoxid sind noch nicht ausreichend geklärt. LINK
- Parfüm und Duftstoffe bei allergiegefährdeten Kindern
Qualitätsmerkmale guter Kindersonnencreme:
- LSF mindestens 30, besser 50+
- UVA- und UVB-Schutz
- Wasserfest
- Ohne Parfüm und Duftstoffe
- Dermatologisch getestet
- Bei sehr empfindlicher Haut: mineralische Filter bevorzugen

Sonnenschutz richtig angewendet: Mehr ist mehr
Die „2-Finger-Regel“ für Babys und Kleinkinder:
- Kopf und Hals: 2 Finger voll Sonnencreme
- Brust und Bauch: 2 Finger voll
- Rücken: 2 Finger voll
- Jedes Bein: 2 Finger voll
- Jeder Arm: 1 Finger voll
Häufige Fehler beim Eincremen vermeiden:
- Zu wenig Creme: Die meisten verwenden nur 25-50% der empfohlenen Menge
- Vergessene Stellen: Ohren, Fußrücken, Handrücken, Lippen
- Zu spätes Eincremen: Chemische Filter brauchen 20-30 Minuten Einwirkzeit
- Seltenes Nachcremen: Alle 2 Stunden erneuern, nach dem Baden sofort
Sonnenschutz für verschiedene Altersgruppen

Hier die 5 wichtigsten Sonnenschutz-Tipps für Jugendliche:
1. Vor dem Sonnenbaden eincremen!
Am besten mit reichlich Creme oder Lotion mit Lichtschutzfaktor ab LSF 30. Und vor allem: Lückenlos eincremen! Wassersportler verwenden bitte wasserfeste Sonnencremes. Vergesst auch die Lippen nicht. Die sind besonders empfindlich und bekommen leicht Bläschen von zu viel Sonne. Das tut weh und sieht echt nicht gut aus! Übrigens – ein weitverbreiteter Irrtum lautet: Öfter eincremen erhöht den Sonnenschutz. Das ist falsch. Die Regel heißt: Ist die empfohlene Zeit abgelaufen, dann ab in den Schatten!
2. Achtet auf schützende Kleidung!
Bei sehr empfindlicher Haut oder in Regionen mit extrem starker Sonnenstrahlung bieten spezielle UV-Schutz-Klamotten gute Dienste – z. B. beim Wassersport. Aber auch T-Shirt und Cappy oder Sonnenhut geben der Haut guten Schutz. Aber nur, wenn Ihr sie rechtzeitig anzieht und aufsetzt! Lässige Kleidung sieht allemal besser aus, als krebsrote Haut.
3. Öfter mal im Schatten chillen!
Im Schatten bleiben, ist immer noch der beste Schutz vor der Kraft der Sonne. Im Schatten lässt es sich auch viel leichter aushalten, vor allem in der strahlungsintesivsten Zeit des Tages zwischen 11 Uhr und 15 Uhr. Das ist auch die Zeit, in der alle Südländer Siesta machen – und nur noch die Deutschen, die Engländer und die Schweden am Strand grillen wie die Hummer. Also rechtzeitig raus aus der Sonne und ab in den Schatten.
4. Die „4-S-Regel“ für optimalen Sonnenschutz
Merke Dir die einfache 4-S-Regel:
- Schatten suchen (besonders 11-15 Uhr)
- Schützende Kleidung tragen
- Sonnencreme auftragen (LSF 30+)
- Sonnenbrille aufsetzen
.

UV-Schutzkleidung liegt voll im Trend
Spezielle UV-Schutzkleidung wird immer beliebter und das zu Recht. Textilien mit UPF (Ultraviolet Protection Factor) 50+ bieten zuverlässigen Schutz ohne Nachcremen. Besonders praktisch für:
Mythen und Irrtümer rund um den Sonnenschutz
Diese Aussagen sind falsch!
Sonnenschutz ist Gesundheitsvorsorge
Richtiger Sonnenschutz in der Kindheit und Jugend ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Hautkrebsprävention. Mit den richtigen Produkten, korrekter Anwendung und einem gesunden Bewusstsein für UV-Strahlung können Ihre Kinder die Sonne sicher genießen.
Denken Sie daran: Jeder vermiedene Sonnenbrand in jungen Jahren ist ein Gewinn für die Gesundheit im späteren Leben. Investieren Sie in gute Sonnenschutzprodukte und nehmen Sie sich die Zeit für gründliches Eincremen – Ihre Kinder werden es Ihnen später danken.
Kommen Sie in der Praxis vorbei!
Bei Fragen zum Sonnenschutz oder bei Hautproblemen stehen wir Ihnen in der PREVIMED Praxis in Gilching gerne zur Verfügung. Dr. Manfred Praun und sein Team beraten Sie individuell zum optimalen Sonnenschutz für Ihr Kind.