KINDER-
KRANKHEITEN

Wir helfen Ihnen, als besorgten Eltern, Kinderkrankheiten genau einzuordnen: Wie krank ist Ihr Kind wirklich? Was braucht es jetzt, um wieder gesund zu werden? Was können Sie dazu beitragen?

Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Darauf können Sie vertrauen.

Kinderkrankheiten

Ist der Nachwuchs krank, reagieren Eltern besorgt

Gegen viele der Kinderkrankheiten wie z. B. Mumps, Masern, Röteln und Windpocken oder auch Keuchhusten ist heute guter und verlässlicher Impfschutz erhältlich. Dennoch gibt es genügend andere Erkrankungen, die Kinder treffen können. Zum Beispiel: Scharlach, Ohrenentzündungen, Erkältungen oder Dreitagefieber. Das Immunsystem von Kindern muss sich erst langsam entwickeln. Darum sind sie häufiger krank als Erwachsene. Der Körper befindet sich gleichsam noch im „Abwehrtraining“. Mit jeder Krankheit sammelt er mehr Kraft und Abwehrkräfte gegen all die Krankheitserreger, die in unserer Umgebung herumschwirren. Und das ist wichtig!

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Klassische Kinderkrankheiten

Kinderkrankheiten sind Infektionskrankheiten, die besonders häufig bei Babys und Kindern auftreten. Einige Kinderkrankheiten bekommt man in der Regel nur einmal im Leben. Hat man sie einmal überstanden, ist man immun dagegen. Dazu gehören beispielsweise Mumps, Masern, Röteln. Nun wird jedes Kind mit einem gewissen „Nestschutz“ gegen Infektionskrankheiten geboren. Über die Nabelschnur hat es von der Mutter Abwehrstoffe bekommen, die für einige Wochen, wahrscheinlich mindestens drei Monate lang, vor vielen Infektionen schützen.

Ab dem zweiten Lebenshalbjahr häufen sich dann aber bei vielen Kindern die Infekte – und damit die Kinderkrankheiten. Infekte sind notwendig, damit sich ein stabiles Abwehrsystem gegen viele Krankheitserreger in unserer Umwelt aufbauen kann. Eine vermeintlich besondere Infektneigung mit vielen Infektionen pro Jahr ist damit eigentlich normal und reguliert sich im späten Vorschulalter oder Schulalter von allein, wenn das Abwehrsystem gereift ist.

Lesen Sie hier eine Auswahl der häufigsten Kinderkrankheiten:

Kinderkrankheit Masern

Bei Masern handelt es sich um eine sehr ansteckende und weltweit verbreitete Krankheit. Verursacher ist das Masernvirus. Die Erkrankung hinterlässt lebenslange Immunität, verursacht aber häufig schwere Komplikationen. Praktisch jeder ungeschützte Mensch wird bei Kontakt mit Masernviren, also mit einem Erkrankten, infiziert. Masern können aber auch einige Meter weit über die Luft – per Tröpfcheninfektion – übertragen werden. Wer einmal Masern hatte oder dagegen geimpft wurde, ist sein Leben lang immun.

Verlauf von Masern

Die Inkubationszeit beträgt 10-11 Tage. Die Vorzeichen der Masern erinnern an eine Erkältung und dauern etwa drei Tage. Kinder bekommen zunächst Anzeichen einer schweren Erkältung mit Schnupfen und trockenem Husten. Diese Phase dauert etwa vier Tage an. Danach treten hohes Fieber zwischen 38 °C und 39°C, eine Augenbindehautentzündung sowie ein schweres Krankheitsgefühl, Kopfweh und quälender Husten auf. Die Mundschleimhaut ist stark gerötet und weist oft kleine weiße Flecken an den Wangeninnenseiten auf. Außerdem tritt nun auch der maserntypische Hautausschlag auf: Kleine hellrote Flecken fließen allmählich zu größeren roten Flächen zusammen. Der Ausschlag beginnt klassischerweise hinter den Ohren, an Hals und Gesicht und breitet sich innerhalb von ein bis zwei Tagen über den gesamten Körper aus. Die Wangen erscheinen besonders rot. Mit Ausbruch des Ausschlags lässt die Ansteckungsgefahr rapide nach. Vier bis fünf Tage später ist das Kind meist fieberfrei, aber noch erholungsbedürftig und matt.

Komplikationen

  • Eine besonders gefährliche Komplikation ist die postinfektiöse Masernenzephalitis. Diese Gehirnentzündung führt in zehn bis 20 Prozent der Fälle zum Tod. Bei bis zu einem Drittel der Überlebenden treten Hörverlust und/oder bleibende neurologische Schäden und geistige Behinderung auf.
  • Eine Masernerkrankung kann die Gedächtniszellen des Immunsystems zerstören. Das Immunsystem vergisst buchstäblich, was es bereits zur Abwehr anderer Infektionskrankheiten gelernt hat. Somit wird jede Maserninfektion zum Drama für die betroffenen Kinder. Die Chance, dass sie eine weitere schwere Infektionskrankheit trifft und ihr Immunsystem darauf keine Abwehr mehr weiß, steigt nach einer Maserninfektion signifikant an.
  • Eine Maserninfektion kann auch sechs bis acht Jahre nach der Infektion zu Komplikationen führen. Die meistgefürchtete Spätfolge ist die subakute, sklerosierende Panenzephalitis. Sie tritt sehr selten auf, verläuft aber immer tödlich.

Wie behandelt man ein Kind mit Masern?

Kinder sollten sich in einem kühlen, abgedunkelten Zimmer ins Bett legen. Es ist wichtig, dass Ihr Kind jetzt viel trinkt, vor allem, wenn es Fieber hat. Kalte Wadenwickel oder Fieberzäpfchen helfen, das Fieber zu senken (ab 38,5 °C). Hustensäfte und -tees helfen, den Schleim leichter zu lösen, um ihn später besser abhusten zu können. Auf hustenreizhemmende Mittel sollten Sie verzichten, da das Kind den Schleim sonst nicht aushustet und sich Bakterien ansiedeln können, die eine Lungenentzündung verursachen (nicht verwenden: codeinhaltige Mittel).

Impfschutz

Seit dem 1. März 2020 müssen Eltern vor Aufnahme ihres Kindes in eine Kindertagesstätte oder Schule nachweisen, dass das Kind gegen Masern geimpft oder bereits immun ist. Der verwendete Dreifachimpfstoff (MMR – Masern, Mumps, Röteln) ist sicher und gut verträglich, wie zahlreiche Studien belegen. Geimpft wird zweimal im Abstand von mindestens vier Wochen. Nach der Verabreichung beider Impfungen besteht lebenslange Immunität.

Kinderkrankheit Mumps

Mumps ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch einen Virus verursacht wird. Die Viren werden durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 18 Tage. Schon in den letzten Tagen der Inkubationszeit ist das erkrankte Kind ansteckend und bleibt es bis maximal zwei Wochen nach Ausbruch der Symptome. Besonders charakteristisch ist die Schwellung der Speicheldrüsen, vor allem der Ohrspeicheldrüsen. Am häufigsten erkranken Kinder unter 15 Jahren an Mumps.

Wie verläuft Mumps?

Eine Mumpserkrankung kündigt sich meist mit leichtem Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen und schwachen Kopfschmerzen an. Im weiteren Verlauf treten typischerweise einseitige Ohrenschmerzen auf. Das Öffnen des Mundes, Kauen und Schlucken sind schmerzhaft. Der Bereich vor und unter dem schmerzenden Ohr schwillt deutlich an. Meistens bildet sich einige Tage danach auch auf der anderen Seite eine Schwellung. Die Schwellung ist in der Regel nicht scharf abgegrenzt und führt dazu, dass die Ohrläppchen abstehen. Sie ist eventuell so stark, dass die Kieferkante nicht mehr erkennbar ist (Mondgesicht).

Die Schmerzen und das Fieber klingen nach sechs bis sieben Tagen ab. Manche Kinder bekommen überhaupt kein Fieber. Nach etwa sieben Tagen geht die Schwellung zurück. Der Heilungsprozess kann bis zu 14 Tage dauern.

Wie wird ein Kind mit Mumps behandelt

Die meisten Symptome von Mumps verschwinden ohne die Einnahme von Medikamenten. Milde fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel helfen gegen Fieber und Kopfschmerzen. Auch Wadenwickel reduzieren hohes Fieber, sollten aber nur dann angewendet werden, wenn die Arme und Beine des Kindes warm sind. Generell sollte man Kinder mit Fieber nicht noch zusätzlich warm anziehen oder zudecken. Eine leichte Bettdecke ist meistens ausreichend.

Manche Kinder bleiben mit Fieber im Bett, andere fühlen sich körperlich wohl, wollen aufstehen und herumlaufen. Körperliche Schonung ist aber ratsam. Ihr Kind sollte jetzt auf jeden Fall viel trinken und fettarme, flüssige oder weiche Speisen essen, um die Schluckbeschwerden zu lindern. Geben Sie Ihrem Kind keine sauren Getränke, da sonst die Speicheldrüsen vermehrt arbeiten müssen (kein Orangensaft). Gut sind Tee und Getränke, die wenig Kohlensäure enthalten. Viele Kinder empfinden eine Erleichterung des Druckgefühls, wenn sie Kaugummi kauen.

Impfschutz:

Kinder gegen Mumps zu impfen, ist heute sinnvolle Routine. Die Impfung wird gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Röteln (MMR) durchgeführt. Die MMR-Impfung soll bis zum zweiten Geburtstag abgeschlossen sein; es werden zwei Impfdosen benötigt. Bei Säuglingen mit erhöhtem Risiko (Frühgeborene, Krippe, Epidemie) ist die Masern-/MMR-Impfung ab neun respektive sechs Monaten empfohlen.
 

Kinderkrankheit Röteln

Röteln sind zwar sehr ansteckend, im Allgemeinen handelt es sich aber um eine harmlose Infektionskrankheit. Das Rötelnvirus wird meist durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Mögliche Infektionsquellen sind Nasen-Rachen-Sekret, Blut, Harn, Stuhl von Rötelnerkrankten, aber auch von Infizierten, die keine Symptome zeigen. Hat man einmal die Erkrankung durchgemacht oder ist erfolgreich dagegen geimpft worden, besteht eine lebenslange Immunität. Neugeborene und Säuglinge haben noch einen Nestschutz von der Mutter und erkranken daher höchst selten an Röteln. Allerdings können Röteln von Schwangeren über die Plazenta auf ihr noch ungeborenes Kind übertragen werden, was für dieses verheerende Folgen haben kann.

Wie verlaufen Röteln?

Röteln verlaufen in der Regel harmlos. Das Risiko für Komplikationen nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Röteln bei Erwachsenen und Jugendlichen können häufiger zu Komplikationen führen als bei Kindern. Das Allgemeinbefinden von Kindern ist meist kaum beeinträchtigt. Bei typischem Krankheitsverlauf kommt es zu Symptomen wie einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Husten, Schnupfen und leichtem Fieber. Typisch ist ein hellroter, kleinfleckiger Ausschlag, der hinter den Ohren beginnt und sich über das Gesicht auf den ganzen Körper ausbreitet. Der Röteln-Ausschlag ist meist nur schwach sichtbar, juckt in den meisten Fällen nicht oder nur sehr leicht. Im Laufe von ein bis drei Tagen verliert sich der Ausschlag wieder. Auch sind Schwellungen der Lymphknoten hinter den Ohren oder im Nacken spürbar.

Wie wird ein Kind mit Röteln behandelt?

Wie bei den meisten Virenerkrankungen gibt es auch gegen Röteln selbst kein Medikament. Lediglich die Symptome lassen sich lindern. Wenn nötig, können fiebersenkende Mittel eingesetzt werden. Auch Wadenwickel sind zur Reduzierung der erhöhten Körpertemperatur hilfreich ­– sofern Arme und Beine warm sind. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Ihr Kind jetzt ausreichend trinkt. Kräutertee oder stilles Wasser sind gut geeignet. Ausreichend Flüssigkeit und Ruhe unterstützen den Körper am besten bei der Virenbekämpfung.

Wichtig ist, dass ein an Röteln erkranktes Kind von Schwangeren ferngehalten wird. Wenn sich nämlich eine Schwangere ansteckt, die weder geimpft ist noch früher Röteln durchgemacht hat, kann es bei ihrem Kind zu schweren angeborenen Fehlbildungen kommen (Röteln-Embryopathie).

Impfschutz:

Kinder – vor allem Mädchen – gegen Röteln zu impfen ist heute sinnvolle Routine. Die Impfung wird gemeinsam mit der Impfung gegen Mumps und Röteln (MMR) durchgeführt. Die MMR-Impfung soll bis zum zweiten Geburtstag abgeschlossen sein; es werden zwei Impfdosen benötigt. Bei Säuglingen mit erhöhtem Risiko (Frühgeborene, Krippe, Epidemie) ist die Masern-/MMR-Impfung ab neun respektive sechs Monaten empfohlen.

Kinderkrankheit Windpocken

Windpocken werden durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht. Sie sind verwandt mit dem Dreitagefieber und den ebenso Herpesvirus-bedingten Fieberblasen (Lippenherpes). Sie sind hochgradig ansteckend. 80 bis 90 Prozent aller Kinder stecken sich an, wenn sie Kontakt mit einem erkrankten Kind hatten – oft schon, bevor dieses Kind die typischen Bläschen zeigt. Ein umfassender Schutz vor einer Ansteckung ist daher gar nicht möglich.
Der Name „Windpocken“ erinnert daran, dass sie zu den „fliegenden Infektionen“ gehören, die sich auch über kürzere Distanzen auf dem Luftweg und nicht nur direkt von Körper zu Körper verbreiten können. Solch eine Tröpfcheninfektion wird vor allem durch Niesen, Husten, Sprechen übertragen. Allerdings können die Viren in der trockenen Raumluft nur etwa 10 Minuten überleben. Eine Übertragung nur über Kleidungsstücke von Erkrankten ist eher unwahrscheinlich.

Wie verlaufen Windpocken?

Bei Kindern im Vorschulalter verläuft die Erkrankung in der Regel mild, mit wenig Juckreiz, relativ schnell und ohne Komplikationen. Nach zwei bis drei Tagen mit Fieber und Unwohlsein und mehr oder weniger starkem Juckreiz ist der Spuk nach fünf bis sieben Tagen meist vorbei. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) vergehen im Extremfall nur acht Tage, aber höchstens 28 Tage. Der Durchschnitt liegt bei etwa 14 Tagen.

Ansteckend ist ein Kind bereits einen Tag vor Ausbruch der Bläschen und bis zu deren Eintrocknen – in deutlich absteigender Intensität. Die Ansteckungsgefahr ist also am größten zu Beginn der Erkrankung (auch wenn noch gar keine Bläschen zu sehen sind) und am kleinsten, wenn die ersten Tage vorbei sind. Hochinfektiös ist der Inhalt frischer, gerade aufgeplatzter Bläschen. Die Krankheitsphase selbst dauert zwischen fünf und maximal zehn Tage. Da das Kind ab dem siebten Krankheitstag kaum noch ansteckend ist – auch wenn die letzte Kruste noch nicht abgefallen ist, – kann es wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

WICHTIG:
Es sollten sich in derselben Einrichtung keine gefährdeten immungeschwächten Kinder befinden (z.B. nach Krebstherapie oder Organtransplantation). Die Eltern solcher Kinder (bei Schulkindern auch der Schularzt) müssen vom Personal informiert werden.

Wie behandelt man Kinder mit Windpocken?

Verlaufen die Windpocken komplikationslos, werden nur die Symptome behandelt, insbesondere der Juckreiz. So kann man verhindern, dass sich die Bläschen durch Aufkratzen entzünden. Bewährt haben sich die folgenden Maßnahmen:

  • Aufenthalt in kühler Umgebung, denn Wärme und Schweiß verstärken den Juckreiz
  • Fingernägel kürzen, um ein Aufkratzen der Bläschen zu vermeiden
  •  juckreizlindernde Mittel zur lokalen Anwendung auf der Haut (Lotionen, Gele, Puder, meist mit Wirkstoffen wie Gerbstoffen, Zink oder Polidocanol)

Impfung:

Die STIKO empfiehlt die Impfung frühestens ab dem vollendetem elften Lebensmonat. Fehlende Impfungen sollten zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden. Bei bevorstehender Aufnahme bzw. bei Besuch einer Gemeinschafts­einrichtung (z.B. Kita) können Säuglinge bereits ab dem Alter von neun Monaten geimpft werden. Wenn die Erstimpfung im Alter von neun bis zehn Monaten erfolgte, sollte die zweite Varizellen-Impfung bereits zu Beginn des zweiten Lebensjahres durchgeführt werden.

Kinderkrankheit Keuchhusten

Der Keuchhusten ist eine hochansteckende, akute, weltweit vorkommende Infektionskrankheit der Atemwege. Er wird durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, also z.B. durch anhusten – auch über mehrere Meter – oder ungewaschene Hände. Keuchhustenbakterien finden sich überall: in Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen. Nur jeder fünfte Angesteckte wird tatsächlich krank. Übertragen kann er die Keime dennoch. Die symptomlose Inkubationszeit dauert 7-10 Tage, mitunter sogar bis zu drei Wochen. Nach der ersten Inkubationswoche besteht schon Ansteckungsgefahr.

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Wie verläuft Keuchhusten?

Keuchhusten verläuft in drei Stadien:

  • Die ersten Symptome sind erkältungsähnlich, manchmal mit Heiserkeit und leichtem Fieber. Sie dauern etwa ein bis zwei Wochen. In diesem Stadium sind die Kinder extrem ansteckend!
  • Das nachfolgende Stadium (Dauer 4–6 Wochen) ist geprägt von anfallsweise auftretenden, schweren, krampfartigen Hustenattacken (Stickhusten oder Stakkatohusten) mit weit herausgestreckter Zunge, Würgereiz bis hin zu Erbrechen. Dabei kommt es häufig zu Erstickungsanfälle, weil das Kind während der Hustenattacken nicht einatmen kann. Vor allem bei Neugeborenen und Säuglingen treten anstelle der Hustenattacken lebensbedrohliche Atempausen auf. Die erschöpfenden und beängstigenden Anfälle können bis zu 50-mal pro 24 Stunden – am schlimmsten nachts – auftreten. Das typische Keuchen tritt bei der Hälfte der Kinder auf.
  • Im letzten Stadium (Dauer 6–10 Wochen) klingen die Hustenanfälle langsam ab.

Komplikationen sind Lungenentzündung, Krämpfe und gelegentlich bleibende Schädigungen des Gehirns. Keuchhusten kann ein Auslöser von Asthma sein. Bei Keuchhusten gibt es keine lebenslange Immunität und deshalb normalerweise auch keinen Nestschutz für den Säugling.

Wie wird ein Kind mit Keuchhusten behandelt?

Keuchhusten gefährdet vor allem Säuglinge, die besonders schwer erkranken und daran sogar sterben können. Deshalb sollten Kinder im ersten Lebensjahr bei Keuchhusten am besten in einem Krankenhaus behandelt werden. Eine antibiotische Therapie muss, um die Dauer und Heftigkeit der Hustenattacken reduzieren zu können, möglichst frühzeitig (d.h. vor dem Beginn oder in den ersten 1–2 Wochen ab Hustenbeginn) begonnen werden. Sie ist vor allem für die Unterbrechung von Infektionsketten von Bedeutung. Erfolgt die Einnahme gleich im Anfangsstadium, kann sie den Verlauf der Erkrankung abmildern. Die Hustenanfälle dauern trotzdem an, da sich die Flimmerhärchen erst regenerieren müssen. Erfolgt die Therapie mit Antibiotika nicht sofort in der Anfangsphase, beeinflusst sie Dauer und Heftigkeit der Hustenattacken oftmals nur gering.

Impfschutz:

Nur die rechtzeitige Impfung kann wirksam vor einer Keuchhusten-Erkrankung schützen. Da weder eine durchgemachte Keuchhusten-Erkrankung noch die Impfung lebenslange Immunität gewährleisten, muss der Impfschutz regelmäßig aufgefrischt werden.

RSV-Infektion

Das RSV ist ein weltweit verbreiteter Erreger von akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege in jedem Lebensalter und einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern. Innerhalb des ersten Lebensjahres haben 50–70% und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres nahezu alle Kinder mindestens eine Infektion mit RSV durchgemacht.

In meinem Video „Alles zur RSV-Infektion“ können Sie sich die wichtigsten Hintergründe zur RSV-Infektion ansehen und alles zu Symptomen, Diagnostik und Therapie erfahren. In diesem Video möchte ich die Fragen beantworten, die mir von Eltern am häufigsten im Zusammenhang mit der RSV-Infektion gestellt werden,  z.B.:

  • Kann mein Kind aufgrund einer RSV-Infektion Asthma entwickeln?
  • Kommt es dadurch zur Einschränkungen der Lungenfunktion?
  • Kann sich mein Kind mehrfach mit RSV infizieren?
  • Warum erkranken gerade Säuglinge und Kleinkinder so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen?

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Pseudokrupp

Als Pseudokrupp bezeichnen wir eine unspezifische Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes unterhalb der Stimmritze, die durch einen charakteristischen bellenden Husten („Schafhusten“), Heiserkeit und bei schweren Verläufen auch Atemnot geprägt ist. Der Name „Krupp“ stammt vom schottischen „croup“, was Heiserkeit bedeutet.

Pseudokrupp betrifft hauptsächlich Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und sechs Jahren. Die Ursachen sind meist klassische Erkältungsviren, aber auch Kinderkrankheiten wie Masern und Windpocken können eine Krupp-Symptomatik auslösen.

Wie sich die Symptome anhören und alles, was Sie als Eltern über Pseudokrupp wissen sollten, erfahren Sie in diesem Video:

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Kinderkrankheit Scharlach

Während der Großteil aller Kinderkrankheiten von Viren ausgelöst wird, ist Scharlach eine Streptokokken-Infektion. Streptokokken der Gruppe A sind Bakterien, die Infektionen der oberen Atemwege sowie Rachen- und Mandelentzündungen und eben auch Scharlach auslösen. Die Bakterien werden durch eine Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen, z.B. beim Husten oder Niesen, und dringen auf diese Weise in Mund- und Rachenraum ein. Seltener, aber dennoch möglich, ist eine Ansteckung über gemeinsam benutztes Geschirr oder Spielzeug. Verantwortlich für die krank machenden Symptome sind giftige Stoffwechselprodukte (Toxine) der Streptokokken. Sie verursachen beispielsweise Veränderungen an Blutgefäßen in der Haut, die als typisches Scharlach-Exanthem bekannt sind. Streptokokken-Infektionen betreffen Kindergarten- und Schulkinder im Alter von drei bis sieben Jahren.

Wie verläuft Scharlach?

Die ersten Krankheitszeichen treten zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung auf. Eine Scharlacherkrankung beginnt plötzlich mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, geröteten Wangen, Schüttelfrost, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und oft hohem Fieber. Häufig klagen die Patienten auch über heftige Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchkrämpfe). Für Eltern ist also nicht sofort klar, dass es sich um eine Streptokokken-Infektion handelt. Außer es gibt bereits ähnliche Fälle im Kindergarten/in der Familie, dann ist die Achtsamkeit natürlich erhöht.

Erst etwas später treten bei dieser Kinderkrankheit die typischen Haut- und Schleimhautveränderungen auf: Der Rachen färbt sich feuerrot, Mundschleimhaut und Mandeln sind fleckig gefärbt. Die Zunge hat einen weißen Belag, der nach drei bis vier Tagen abgestoßen wird. Wegen der entzündeten und angeschwollenen Geschmackspapillen sieht die Zunge dann himbeerartig aus (“Himbeerzunge”).

Wie wird ein Kind mit Scharlach behandelt?

Es besteht die Möglichkeit, einen Rachenabstrich zu nehmen und die Probe hinsichtlich des Erregers zu untersuchen. Entsprechende Schnelltests erlauben eine Auswertung innerhalb weniger Minuten. Scharlach oder Racheninfektionen, die auf A-Streptokokken zurückzuführen sind, werden normalerweise mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich zur Antibiotika-Therapie kann der Arzt/die Ärztin schmerzstillende Mittel verschreiben, um dem Kind das Schlucken zu erleichtern. Nach mehrtägiger Medikamenteneinnahme und Schonung können Betroffene wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen.

 Kein Impfschutz möglich

Kinderkrankheit Ringelröteln

Bei Ringelröteln handelt es sich um eine Virusinfektion, die vorwiegend bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter, manchmal aber auch bei Erwachsenen auftritt. Ringelröteln verlaufen oft völlig unbemerkt oder wie ein leichter grippaler Infekt. Die Erkrankung tritt meist bei Kindern zwischen fünf und 15 Jahren auf, aber auch andere Altersgruppen können betroffen sein. Vor allem für Schwangere sind Ringelröteln problematisch, da das ungeborene Kind Schaden erleiden kann.

In Kindergärten und Schulen häufen sich Krankheitsfälle vor allem vom Spätwinter bis zum Frühsommer. Eine Ansteckungsgefahr besteht nur für Menschen, die noch nicht an Ringelröteln erkrankt waren. Wer die Krankheit einmal überstanden hat, ist lebenslang geschützt.

Ringelröteln werden durch das sogenannte Parvovirus B19 verursacht. Die Viren werden über eine Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Auch über Hände können die Viren weitergegeben werden, wenn ein Erkrankter zum Beispiel in die Hand niest und danach einem Gesunden die Hand gibt. Richtiges Händewaschen ist generell ein guter Schutz vor Virusinfektionen – vor allem, weil die Erreger von Ringelröteln auch über längere Zeit an Gegenständen wie Türklinken oder Spielzeug haften und auf diesem Weg zu einer Ansteckung führen.

Wie verlaufen Ringelröteln?

Ringelröteln verlaufen meist ohne oder mit nur leichten Krankheitszeichen. Treten Symptome auf, dann wie bei einem grippalen Infekt mit Fieber, einer Schwellung der Lymphknoten, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Gut erkennbar ist die Krankheit an einem typischen Hautausschlag. Dabei bildet sich ca. 1 bis 2 Wochen nach einer Ansteckung zunächst eine schmetterlingsförmige, großfleckige Rötung auf beiden Wangen. Ein bis zwei Tage später zeigen sich fleckförmige, rote Hautveränderungen auf Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß, die sich in ihrer Form ändern können und sich später girlanden- oder ringelförmig ausbilden. Der Ausschlag blasst nach sieben bis zehn Tagen ab, kann aber gelegentlich bei Stress, Sonnenbelastung oder aus anderen Ursachen in den Folgetagen immer wieder aufflammen.

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten des typischen Hautausschlags beträgt ca. ein bis zwei Wochen. Die Ansteckungsgefahr für andere ist in den Tagen vor Auftreten des Hautausschlages am höchsten. Damit ist man zu einer Zeit für andere ansteckend, in der man noch nicht weiß, dass man die Viren in sich trägt. Sobald der Hautauschlag auftritt, geht die Ansteckungsgefahr deutlich zurück. Auch wenn die Ringelröteln ganz ohne erkennbare Krankheitszeichen verlaufen, sind Betroffene für einige Tage ansteckend.

Wie behandelt man ein Kind mit Ringelröteln?

In der Regel ist eine Behandlung nicht notwendig. Bei fieberhaften Temperaturen können fiebersenkende Maßnahmen wie Wadenwickel oder Fieberzäpfchen (Paracetamol oder Ibuprofen) hilfreich sein. Den auslösenden Virus muss der Körper selbst bekämpfen. Es kann allerdings sein, dass die Haut danach etwas mehr Pflege in Form von Ölbädern oder Pflegelotionen benötigt, da die betroffenen Hautstellen etwas rau oder schuppig sein können.

Kein Impfschutz möglich

Kinderkrankheit Grindflechte

Die Grindflechte oder Eiterflechte ist eine häufig bei Kindern vorkommende Hautinfektion im Gesicht, am Kopf, den Armen und Beinen. Auch Gehörgang und Nasenschleimhaut können betroffen sein. Wie andere Kinderkrankheiten ist die Grindflechte extrem ansteckend. Sie wird von Bakterien (Streptokokken oder Staphylokokken) verursacht, die über eine Schmierinfektion, d.h. durch unmittelbaren Kontakt, übertragen werden. Die Erreger befinden sich auch auf Handtüchern, Kämmen und Spielzeug. Eintrittspforten sind häufig kleine Hautverletzungen. Unhygienische Verhältnisse und warme Witterung begünstigen die Ansteckung.

Wie verläuft die Grindflechte?

Kinderkrankheiten GrindflechteNach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen bildet sich auf der Haut ein juckender, roter Ausschlag mit wasser- oder eitergefüllten Blasen. Platzen diese, entwickelt sich auf den Wunden honiggelber Schorf. Meist tritt das charakteristische Erscheinungsbild zunächst im Gesicht auf, besonders um Mund und Nase. Der Ausschlag juckt.

Wie behandelt man ein Kind mit Grindflechte?

Besteht der Verdacht, dass sich Ihr Kind mit Grindflechte infiziert hat, sollten Sie umgehend zu uns in die Kinderarzt-Praxis kommen. Sind nur kleine Hautareale betroffen, behandeln wir die Grindflechte mit antibiotikahaltigen Salben. Bessert sich die Krankheit nach vier bis fünf Tagen nicht bzw. sind mehrere und große Hautstellen betroffen, können auch Antibiotika zum Einnehmen notwendig werden. Solange die Infektion nicht vollständig ausgeheilt ist und der Arzt oder die Ärztin die Genesung bestätigt hat, sollte Ihr Kind zu Hause bleiben. Keinesfalls darf eine Therapie vorzeitig abgebrochen werden: Das führt möglicherweise dazu, dass die Bakterien unempfindlich gegen die Antibiotika werden.

Zusätzliche Maßnahmen

Hygienische Maßnahmen zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sind sehr wichtig. Waschen Sie Ihre Hände und die Ihres Kindes regelmäßig mit Wasser und Seife. Achten Sie bei sich selbst und bei Ihrem erkrankten Kind auf kurz geschnittene Fingernägel. Kochen Sie Handtücher und Bettwäsche aus. Berühren Sie niemals direkt die Wunden Ihres Kindes! Versuchen Sie auch zu verhindern, dass Ihr Kind sich an den betroffenen Stellen kratzt, auch wenn sie sehr stark jucken, denn das fördert die weitere Verbreitung der Erreger.

Wenn sich der Schorf weiter ausbreitet und verstärkt, nach drei Tagen Behandlungszeit nicht abgeheilt ist, Fieber auftritt oder wenn es nach der Einnahme von Medikamenten zu Unwohlsein, Atemnot, Ausschlag, Schwellungen, Juckreiz oder Magenschmerzen kommt, sollten Sie mit Ihrem Kind dringend wieder einen Kinderarzt oder eine Ärztin in unserer Praxis aufsuchen.

Kein Impfschutz möglich

Hand-Fuß-Mund-Krankheit HFM

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hochansteckende Viruserkrankung. Sie tritt überwiegend im Frühjahr, Spätsommer und Herbst sowie bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren auf. In der Regel verläuft eine HFM-Erkrankung komplikationslos. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr führt sie allerdings häufig zu regelrechten kleinen Epidemien in Tagesstätten und Kindergärten.

Kinderkrankheiten Hand-Fuß-Mund-KrankheitTypische Symptome sind schmerzhafte Bläschen an den Händen, den Füßen und im Bereich des Mundes. Da oft nur ein Teil der Kinder mit Symptomen erkrankt, wird vermutet, dass sie bei den meisten Kindern symptomlos verläuft. Verantwortlich für die HFM-Krankheit sind verschiedene Typen von Coxsackie- und Enteroviren. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt, Speichel oder Stuhl, über Türklinken, Handtücher, Badewasser usw. Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten, wenn Betroffene noch gar nichts von der Erkrankung wissen, d.h. zwei bis drei Tage vor Beginn der Krankheit, und dauert bis zum Abheilen der Bläschen. Der Stuhl kann bis zu zwei Wochen länger infektiös bleiben. Allgemeine Hygienemaßnahmen gegen die Schmierinfektion sind sehr wichtig, hauptsächlich häufiges Händewaschen mit Seife, vor allem nach der Toilette oder dem Wickeln, aber auch möglichst wenig Körperkontakt mit Erkrankten oder mit Gegenständen, die von Kranken angefasst werden.

Wichtig: Viele Infizierte zeigen keine Symptome, sind aber dennoch ansteckend!

Wie verläuft die HFM-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann unterschiedlich verlaufen, manchmal sogar symptomlos. Ihr Name deutet bereits darauf hin, wo sich Symptome zeigen. Drei bis sieben (maximal 30) Tage nach der Infektion äußert sie sich zunächst in grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Leistungsschwäche, Hals- und Gliederschmerzen sowie Appetitlosigkeit und eventuell Husten, häufig gefolgt von einem roten, juckenden Hautausschlag im Bereich von Mund und Nase. Viele Kinder sind unleidlich und brauchen mehr Schlaf. Babys verlieren Speichel, weil das Schlucken schmerzhaft ist. Danach erscheint ein Ekzem an den Händen und Füßen (vor allem an den Handinnenflächen und Sohlen, kann aber auch in den Zwischenräumen von Zehen und Fingern auftauchen), bei Säuglingen auch im Windelbereich. Es kann vorkommen, dass sich bei Betroffenen nach einiger Zeit die Finger- und Zehennägel verformen oder sogar ablösen.

Der Ausschlag sieht anfangs nur rot entzündet aus, geht dann aber in 3–8 mm große weißgraue Bläschen mit schmalem roten Rand über. Vor allem im Rachen, auf der Zunge, am Zahnfleisch und an der Innenseite der Wangen entstehen so schmerzhafte Geschwüre (Aphthen). Essen und Trinken wird von den Kindern dann oft verweigert, was zu Mattigkeit und einem gefährlichen Flüssigkeitsmangel führen kann, vor allem, wenn gleichzeitig Fieber besteht. Bieten Sie dann immer wieder kalte Getränke an (s. Behandlung der HFM-Krankheit). Inhalt und Oberfläche der Bläschen sind virushaltig und deshalb hochansteckend! Sie sollten möglichst nicht aufgekratzt werden!

Wie behandelt man ein Kind mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Bläschen verschwinden von selbst nach 7–12 Tagen, ohne dass Krusten oder Narben zurückbleiben. Behandeln lassen sich nur die Symptome. Leidet das Kind unter Fieber, helfen Wadenwickel bzw. fiebersenkende Medikamente. Juckt und schmerzt der Ausschlag, kann man eine entzündungshemmende Zinkoxid-Schüttelmixtur auftragen. Leicht gekühlte Getränke ohne Säure – also kein Saft und keine roten Früchtetees – sowie kühle oder lauwarme Speisen, die gut rutschen, sind jetzt am besten: Brei, Joghurt, Pudding, Suppe oder Eis. Wenn der Mund sehr wehtut, hilft ein Strohhalm beim Essen und Trinken.

Kein Impfschutz möglich

Das Dreitagefieber

Hat Ihr Kind plötzlich hohes Fieber – ohne andere Symptome eines Infekts wie Husten oder Schnupfen –, kann es sich um das sogenannte Dreitagefieber (Exanthema subitum) handeln. Sicher kann man sich aber erst sein, wenn das Fieber nach drei Tagen abklingt und stattdessen ein Hautausschlag auftritt. Das Dreitagefieber gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten und ist eine akut auftretende, sehr ansteckende Viruserkrankung. Der Erreger gehört zu den Herpesviren.

Symptome & Verlauf
Ein klassisches Symptom ist, dass betroffene Kinder plötzlich ansteigendes, sehr hohes Fieber bekommen – z. T. über 40 Grad! Das Fieber klingt in der Regel nach drei Tagen wieder ab. Dann kommt es zu einem typischen Hautausschlag. Das Besondere an diesem Hautausschlag: Er lässt sich „wegdrücken“. Das heißt, wenn Sie auf die Haut drücken, verschwinden die roten Punkte. Bei nachlassendem Druck füllt sich die Haut mit Blut und die roten Flecken erscheinen wieder deutlich. Durch diesen Drucktest können Sie als Eltern erkennen, ob der Hautauschlag auf eine schwerwiegende bakterielle Infektionskrankheit, wie z. B. eine Meningokokken-Infektion, hinweist – oder doch nur auf das harmlose Dreitagefieber.

Erfahren Sie hier mehr über das Dreitagefieber
Ist das Dreitagefieber gefährlich? Welche Kinder sind vor allem davon betroffen? Kann es Komplikationen geben und wenn ja welche? In seinem Video zum Thema Dreitagefieber erklärt Kinderarzt Dr. Praun alles, was Eltern wissen sollten.

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Madenwürmer bei Kindern

Madenwürmer können etwa fünf bis 13 Millimeter lang werden und sitzen an der Schleimhaut des Darms. Nachts bewegen sich die Weibchen aus dem Darmausgang heraus, um in den Falten um den After ihre Eier abzulegen – daher der heftige nächtliche Juckreiz. Das klingt nicht schön, ist aber so!

Wenn Ihr Kind also über starken Juckreiz, gelegentlich auch Schmerzen am After klagt (insbesondere in der Nacht) und unter Umständen sogar kleine weiße Würmchen im Kot sichtbar sind, dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Infektion mit Madenwürmern – die bei uns häufigste Wurmerkrankung. Wie die Infektion verläuft, erklärt Ihnen Dr. Manfred Praun in diesem Video!

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Die Diagnose von Madenwürmern

Die Diagnostik von Madenwürmern geht denkbar einfach. Wir benötigen dazu keine aufwendigen Blut- oder Stuhlanalysen. Denn Madenwürmer lassen sich nicht im Blut nachweisen. Sie können nur selten und wenn dann eher zufällig oder bei einem extrem starken Befall im Stuhl beobachtet werden.

Da die Madenwürmer ihre Eier in den Hautfalten rund um den Anus ablegen, erweist sich ein sogenannter Abklatschtest als sehr effektiv. Dazu nimmt man einen herkömmlichen Tesafilm und presst ihn dreimal auf den Anus des Kindes. Danach wird dieser Tesafilm möglichst glatt auf einen Objektträger für eine mikroskopische Untersuchung geklebt. Wie genau Diagnose und Abklatschtest funktionieren und wie die Eier der Madenwürmer unterm Mikroskop deutlich sichtbar werden, das sehen Sie in diesem Video.

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Therapie von Madenwürmer-Befall

Mehr als eine Milliarde Menschen weisen weltweit eine Infektion mit Madenwürmern auf. Für Europa gibt es Schätzungen für Kindergarten- und Grundschulkinder von circa 18–20%. Kleinkinder (über zwei Jahre). Ältere Kinder (bis 14 Jahre) und Erwachsene sind von Madenwürmern nur sporadisch betroffen. Eine Infektion mit Madenwürmern ist speziell bei Kleinkindern ein ewiger Kreislauf, bedingt durch unkontrollierte Anus-Finger-Mund-Kontakte, Nägelkauen und niedrige Handhygiene.

Somit sind wir auch schon bei der Behandlung einer Infektion mit Madenwürmern. Trotz der hohen Erkrankungshäufigkeit gibt es erstaunlich wenig systematisch gesichertes Therapiewissen, geschweige denn eine Leitlinie in deutscher Sprache. Doch anders als im Internet immer wieder verbreitet, gibt es kein Hausmittel gegen Madenwürmer. Das einzige Mittel, das wirklich gegen eine Madenwürmer-Infektion hilft, sind Medikamente – sogenannte Anthelminthika..

Diese verschreiben wir Kinderärzte nach entsprechender Diagnose. In den meisten Fällen sind solche Medikamente gut verträglich. Daneben ist die Prävention und damit die Vermeidung einer Re-Infektion oberstes Gebot. Das bedeutet: Es muss auf Handhygiene geachtet werden. Wie genau, das sehen Sie in diesem Video.

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ADHS – Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung

Was bedeutet ADHS?
ADHS ist keine klassische Kinderkrankheit. Vielmehr ist ADHS als eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung bekannt. Mittlerweile stellen hyperkinetische Störungen wie ADHS zusammen mit Störungen des Sozialverhaltens die häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter dar.

In der Kinder- und Jugendmedizin betrachten wir ADHS als Störung bei der Entwicklung des Nervensystems. Störungen der neurologischen Entwicklung sind neurologisch bedingte Umstände, die früh in der Kindheit auftreten – in der Regel vor dem Schuleintritt – und die Entwicklung von persönlicher, sozialer, akademischer und/oder beruflicher Funktionsfähigkeit beeinflussen.

Symptome einer ADHS
Die Symptome einer ADHS zeigen sich durch Schwierigkeiten beim Erwerb sowie in der Aufrechterhaltung bzw. der Anwendung besonderer Fähigkeiten oder von Informationen. Die Folge können Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen sein. Ebenso geht ADHS häufig mit Defiziten im Rahmen sozialer Interaktion sowie bei der Lösung von Problemen einher.

Häufigkeit der ADHS
ADHS betrifft ungefähr 8–11% der Schulkinder. Trotzdem meinen viele Experten, ADHS würde überdiagnostiziert, vor allem, weil die Kriterien nicht korrekt angewendet werden. Nach dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition (DSM-5) gibt es drei Formen der ADHS:

  • vorwiegend unaufmerksam
  • vorwiegend hyperaktiv/impulsiv
  • kombiniert

Insgesamt ist ADHS etwa doppelt so häufig bei Jungen, obwohl die Verhältnisse nach Typ variieren. Die vorwiegend hyperaktive/impulsive Form kommt bei Jungen zwei- bis neunmal häufiger vor, die Aufmerksamkeitsstörung ist auf beide Geschlechter gleichmäßig verteilt. Es gibt scheinbar eine familiäre Prädisposition für ADHS.

Schlafstörungen und ADHS

Schnarchen – Warnzeichen oder harmloses Geräusch
Schnarchen bei Kindern ist nicht zu unterschätzen! Dass Kinder häufig schnarchen, hat vor allem anatomische Gründe. Gerade bei Säuglingen sind die Atemwege noch sehr eng, weshalb ihre Atmung oft von Geräuschen begleitet wird. Schnarchen bei einem Infekt gilt meist als unproblematisch. Auch das Schnarchen ohne Infekt wird nur dann als kritisch bewertet, wenn weitere Symptome auftreten. Dennoch gilt: Schnarchen im Kindesalter ist keineswegs immer nur harmlos. Dahinter kann auch ein OSA(H)S stecken.

Selbst vermeintlich „harmlose” Schnarchkinder weisen ein Risiko für Entwicklungsverzögerungen oder -störungen auf. Neuere Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass selbst das primäre Schnarchen die kognitive Entwicklung bereits negativ beeinflussen kann.

ADHS und Schlafstörungen
Kinder mit ADHS zeigen eine verminderte Schlafkonsolidierung und leiden häufig unter Schlafstörungen. Basierend auf einer Übersichtsstudie, warnt der dänische Kinderpsychiater Allan Hvolby auch davor, dass chronische Schlafstörungen ADHS vortäuschen können. Er zeigt auf: Wenn Kinder zu wenig schlafen, nachts häufig aufwachen und dann tagsüber übermüdet sind, verhalten sie sich ähnlich wie ihre Altersgenossen mit einer AD(H)S-Störung.

Risiko Fehldiagnose
Gerade dieser Zusammenhang zwischen dem gestörten Nachtschlaf und AD(H)S ist Eltern und selbst Ärzt:innen häufig nicht bewusst. Es kommt zu Fehldiagnosen. Feinberg und Campell zeigen auf, dass die gestörte Regulation der Hirnentwicklung durch die mindere Schlafqualität psychische Krankheiten verursachen kann.

Betroffene hyperaktive Kinder brauchen in solchen Fällen kein Ritalin. Es mangelt ihnen einfach an erholsamem Schlaf. Eine ambulante Polygrafie im Rahmen der Schlafmedizin kann hier wertvolle Hinweise geben.

Quellen:

  • Feinberg und Campell; Sleep EEG changes during adolescence: An index of a fundamental Brain reorganization. Brain Cogn. 2010 Feb;72(1):56-65.
  • Froehlich TE, Lanphear BP, Epstein JN, et al: Prevalence, recognition, and treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder in a national sample of US children. Arch Pediatr Adolesc Med 161(9):857–864, 2007. doi: 10.1001/archpedi.161.9.857.
  • Brobély AA. two process model of sleep regulation. Hum Neurobiol 1982; 1 (3):195-204.

Kinderkrankheiten – es müssen nicht immer Antibiotika sein

Oft gehen Krankheiten mit einem ordentlichen Entwicklungsschub einher. Darum unser Rat: Gut Ding will Weile haben. Diese goldene Regel gilt auch für den Heilungsprozess bei Kinderkrankheiten. So helfen Antibiotika ausschließlich bei bakteriellen Infektionen. Leider werden durch Viren ausgelöste Infekte wie Erkältungen, Bronchitis oder Schnupfen ebenfalls oft mit Antibiotika behandelt.

Mit schwerwiegenden Folgen: Denn durch die zu häufige Gabe von Antibiotika können Resistenzen im Körper Ihres Kindes entstehen. Die Antibiotika wirken irgendwann einfach nicht mehr.

Kinderkrankheiten – gemeinsam gesundkuscheln

Bei PREVIMED – dem Gesundheitsforum für Kinder- und Jugendmedizin von Dr. Manfred Praun, Ihrem Kinderarzt Gilching, setzen wir lieber auf sanfte Medikamente und die richtigen Wege zum Gesundwerden. Zu Antibiotika greifen wir immer dann, wenn es für die Gesundheit Ihres Kindes absolut notwendig ist und eine bakterielle Infektion vorliegt. Die Gewissheit dafür erhalten wir durch eine sorgfältige und ursachenbezogene Diagnostik. Und wenn Sie und Ihre Familie die Erkältungswelle am Ende doch erwischt hat, dann probieren Sie es einfach mal damit: gemeinsam gesundkuscheln.

Das verschreiben wir besonders gern: viel Ruhe, viel Schlaf, viel Tee – und ganz viel Liebe.
Nach unserer Meinung das beste Rezept gegen Kinderkrankheiten.

Gute Versorgung bei Kinderkrankheiten!
Als Kinderärzte und Kinderärztinnen in Gilching sind wir Ihre Ansprechpartner bei allen Fragen rund um Kinderkrankheiten.

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